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it&t business | Artikel
Avaloq Gruppe

„Ein System für mehr strategische Optionen“ | 06/2010

Das Avaloq Banking System wird in der Schweiz erfolgreich eingesetzt. Entwickler Avaloq will diese Erfolgsstory nun in Österreich wiederholen. Im Gespräch erläutert Christian Bieri, Länderverantwortlicher bei Avaloq Evolution in Österreich, was den Erfolg der Kernbankenlösung ausmacht, den Nutzen der Standardisierung und weshalb das System so anpassungsfähig an Bankenbedürfnisse und Märkte ist.

it&t business: Sind die Systeme der Banken wirklich so überaltert, dass ein Umstieg auf eine neue Kernbankenlösung wie Avaloq notwendig ist?

Christian Bieri: Die meist selbst entwickelten Lösungen der Banken sind über Jahrzehnte gereift. Sie sind zwar erprobt, aber nicht mehr zeitgemäß. Die Märkte haben sich verändert, die Bedürfnisse der Kunden ebenfalls. Auf Bankenseite spielen „time to market“, Verringerung der Zahl der Umsysteme und strategische Freiheit eine immer größere Rolle. Darüber hinaus sind die Institute einem zunehmenden Kostendruck ausgesetzt und gezwungen, immer mehr Bankenprozesse zu automatisieren und zu konsolidieren.

it&t business: Was macht ein externer Entwickler von Bankensoftware besser als die bankinterne IT?

Christian Bieri: Wir sind nicht nur Softwareentwickler, sondern auch Bankfachleute. Während bankintern das Business und die IT oft unter Missverständnissen leiden, arbeiten bei Avaloq Bankfachleute Hand in Hand mit den Softwareentwicklern. Deshalb verstehen wir den Markt und unsere Kunden – und können eine Vision entwickeln, wie sich der Bankenmarkt entwickeln wird. Die Expertise aller Avaloq-Banken fliesst über die Avaloq Community wieder zurück ins Produkt – und steht allen Kunden zur Verfügung.

it&t business: Wohin entwickelt sich der Bankenmarkt?

Christian Bieri: Mit zunehmender Globalisierung wird der Bankenmarkt weltweit verstärkt reguliert. Neue Compliance- Richtlinien müssen intelligent und flexibel umgesetzt werden. Der Vernetzungsgrad der Banken wird steigen; sie passen ihr Geschäftsmodell den neuen Märkten an, die sich in der Ära nach der Finanzkrise langsam etablieren.

it&t business: Das Avaloq Banking System ist eine standardisierte Gesamtbankensoftware. Steht das nicht in Widerspruch zu den individuellen Bedürfnissen einer Bank?

Christian Bieri: Nein, überhaupt nicht. Hohe Standardisierung und maximale Individualität schließen einander nicht aus. Banken möchten möglichst viele wieder verwertbare Komponenten erhalten – das senkt die Kosten. Gleichzeitig möchten sie ihre Innovationskraft stärken, einen USP im Markt erzielen. Wir ermöglichen beides. Die Eigenschaft unseres Systems, standardisiert und doch flexibel zu sein, ist eine unserer größten Stärken.

it&t business: Sie zählen mit dem Avaloq Banking System zu den Marktführern in der Schweiz. Wie wichtig ist der „Swiss Banking“-Aspekt?

Christian Bieri: Unsere Lösung atmet den Qualitätsgedanken des Schweizer Finanzmarktplatzes. Sie symbolisiert „Banking made in Switzerland“. Sie wird in der Schweiz entwickelt – was eine große Nähe zu den Bankfachexperten garantiert. Wir ermöglichen unseren Kunden Swiss Banking auch in Österreich, Deutschland, Großbritannien, Luxemburg, Osteuropa, Asien sowie in weiteren Wachstumsmärkten. Wir begleiten sie mit der Gründung einer Niederlassung oder einem starken Implementationspartner vor Ort. Im Falle von Österreich fällt dies dank der kulturellen, räumlichen und sprachlichen Nähe relativ leicht.

it&t business: Die Implementierung überlassen Sie Partnern?

Christian Bieri: Unsere Kernkompetenz ist die Herstellung von Bankensoftware. Um das Avaloq Banking System bei einer Bank einzuführen muss man die spezifischen Anforderungen der Kunden verstehen und im Produkt abbilden. Unsere Implementationspartner beherrschen dieses Handwerk. Falls vom Kunden gewünscht, kann auch Avaloq als Generalunternehmer das Projekt leiten und verantworten.

it&t business: Avaloq ist also weit mehr als ein Softwarehersteller?

Christian Bieri: Ja. Wir pflegen eine lebhafte Community, in der sich ITSpezialisten von Kunden, Partnern und Avaloq austauschen. Unsere Kunden haben ein starkes Interesse sich einzubringen, das Avaloq Banking System mitzugestalten. Jede Menge Know-how und Expertise kommt hier zusammen, von dem jeder einzelne profitieren kann. So unterstützen wir mit unserer Software die Entwicklung des Bankgeschäftes. Die IT ist nämlich kein Kostentreiber, sondern mit unserer Lösung ein Enabler für neue Geschäftsmodelle, neue Strategien.

it&t business: Für welche Art von Banken eignet sich das Avaloq Banking System eigentlich?

Christian Bieri: Auf der einen Seite für die Privatbanken mit ihren vielen, sehr speziellen Anforderungen. Bei Retail- und Universalbanken liegt der Fokus dafür mehr auf der Automatisierung der Prozesse, auf Stabilität und Benutzerführung. Transaktionsbanken sind hochgradig automatisiert. Avaloq hat in allen drei Bereichen Kunden.

it&t business: Wie nehmen die internationalen Märkte eine standardisierte Kernbankenlösung an?

Christian Bieri: Das hängt vom jeweiligen Markt ab. Die meisten haben noch eine Best-of-Breed-Mentalität. In Luxemburg, wo jeder jeden kennt und sich der Finanzplatz gut mit der Schweiz vergleichen lässt, hängt alles davon ab, ob wir uns mit unserer modularen Lösung an die Grösse des Instituts anpassen können. Deshalb sind wir mit einigen Banken gut gestartet – unter ihnen Geschäftszweige der deutschen Bankhäuser Nord LB und LBBW sowie die luxemburgische BdL. In anderen Märkten, beispielsweise in Deutschland, gestaltet sich der Markteintritt schwieriger. In Österreich sind wir auf einem guten Weg. Unser Ziel ist es, von hier aus den attraktiven Markt Zentral- und Osteuropa zu bearbeiten. Deshalb sind wir auch mit einer eigenen Niederlassung in Wien vertreten.

Avaloq Gruppe
www.avaloq.com





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