PSIpenta
Adaptive Fertigungskonzepte | 4/2009
Wirtschaftliche Produktion und optimierte Lagerhaltung sind für die Fertigungsindustrie Grundvoraussetzungen
für den Erfolg im Wettbewerb. Für diese Anforderungen gibt es speziell zugeschnittene Lösungen. Volker Vorburg
Unregelmäßige Auftragseingänge
und komplexe Produktionsprozesse
sind typisch für die Fertigung
im Maschinen- und Anlagenbau.
Bei einem hohen Individualisierungsgrad
seiner Produkte erwartet der Kunde
kurze Lieferzeiten und die Einhaltung
zugesagter Liefertermine. Zudem spielen
auf einem wettbewerbsintensiven
Markt größere Prozessgeschwindigkeiten,
die kürzere Durchlaufzeiten und
einen höheren Produktionsdurchsatz
fordern, sowieso eine große Rolle. Nach
einer aktuellen Studie des VDMA (Verband
Deutscher Maschinen- und Anlagenbau
e.V.) besteht die durchschnittliche
Durchlaufzeit zu 66 Prozent aus
Transport- und Liegezeit, dagegen nur
zu 34 Prozent aus tatsächlicher Produktionszeit.
Neues Funktionspaket. Das Ziel ist also
die Erhöhung der Prozessgeschwindigkeiten
entlang der gesamten Supply
Chain durch eine optimale Integration
und Synchronisation aller Wertschöpfungsprozesse.
Dabei muss die Stabilität
der Prozesse gewährleistet bleiben
– auch bei Störungen im Produktionsablauf.
Herkömmliche, statische Systeme
sind diesen Anforderungen im Allgemeinen
nicht gewachsen. Die Berliner
PSIPenta Software Systems hat zur Regelung
solcher dynamischen Fertigungsprozesse
ihre ERP-Suite PSIpenta um
das Funktionspaket Adaptive Manufacturing
Control (AMC) erweitert.
Kernbestandteil des AMC-Moduls
sind Reglerkomponenten des Entwicklungspartners
Berghof zur adaptiven
Fertigung. Das Funktionspaket ist in der
Lage, durch kontinuierliche Adaption
von Produktionsnetzen und Dispositionsparametern
selbständig vordefinierte
Zielstellungen zu erreichen und führt
so zu einer optimalen Auslastung der
Maschinen und Mitarbeiter. Ermöglicht
wird das unter anderem durch selbstregulierende
Mechanismen (SRM), eine
Lieferterminermittlung nach Capableto-
Promise (CTP) und einen dynamischen
Produktionsabgleich (DPA).
Unter adaptiver Kontrolle. SRM untersucht
die Grunddatenparameter der
Materialien und Kapazitäten. Sie bilden
die Basis der Auftragsnetze, so dass die
Produktion stets mit dem Ziel angepassten
Aufträgen und Bestellungen startet.
Integrierte Regler richten die Parameter
bei Störungen umgehend wieder auf
dieses Ziel aus. Eine konstante Lieferfähigkeit
bei minimaler Kapitalbindung
erreicht das System, indem es historische
Verbräuche und künftige Bedarfe
zur Berechnung valider Prognosen
nutzt.
CTP stellt bereits zum Projektstart
eine rückstandsfreie Planung sicher.
Dabei berücksichtigt CTP die Materialverfügbarkeit
und das begrenzte Kapazitätsangebot
gleichermaßen über alle
Stufen und unterstützt die Durchsetzung
der Termine über alle Auftragsnetze
hinweg durch eine kontinuierliche
Rückstandsauflösung. Zudem erfolgt ein
Abgleich der Kundenwünsche mit der
aktuellen Produktions- und Liefersituation
unter Berücksichtigung der Eigenfertigungs-
und Zulieferteile.
Der DPA regelt und synchronisiert
alle für die Produktion nötigen Prozesse
mit dem Ziel, vorgegebene Liefertermine
einzuhalten – auch bei Störungen. Rückstände
in der Fertigung werden durch
automatische, reglerbasierte Adaptionen
in den Auftragsnetzen eliminiert. Die
Materialdeckung stellt DPA durch eine
ständige Synchronisation der Bedarfsund
Zugangssituation in der Fertigung
sicher.
Eine Simulationsplattform prüft parallel
zu den eigentlichen Regelungsvorgängen,
ob künftige Parametereinstellungen
Störungen eliminieren können
oder ob die Modelle den realen Prozess
genau abbilden. Falls zur Zielerreichung
erforderlich, ändert das System automatisch
Bevorratungsmodelle und -verfahren
oder passt sie an. So erreicht der
ERP-Standard PSIpenta mit dem neuen
AMC-Modul höchste Datentransparenz
in den realen Abläufen.
Der Autor Volker Vorburg ist freier Journalist in
Vaihingen, Deutschland.
PSIpenta
www.psipenta.at